VfL Rheinbach II – 2. Mannschaft 3:2 (2:1)

Mit zehn Siegen in Folge im Gepäck trat die grün-weiße Zweitvertretung die Reise zum Spitzenspiel der Gruppe 3 in der Kreisklasse C an. Aufgrund vieler Kranker und Verletzter verlief die Trainingswoche vor dem Spiel mehr als holprig und dennoch bissen alle auf die Zähne, denn niemand wollte das Spiel verpassen. Wie viel wert die Rheinbacher Zweite auf die Rückeroberung der Tabellenspitze legte, konnte man bereits an der Startaufstellung erkennen.

Mit Schroden, Steinhöfer, Gärtner, Weikum und Kukelka bot man fünf Spieler auf, die im Laufe dieser Saison bereits mehrfach Landesligaluft in der Ersten des VfL schnupperten. Bereits vor dem Spiel zeigte man den Gästen, dass sie es auf dem Kunstrasenplatz an der Glasfachschule nicht bequem haben sollten. Stellte man sich als Gastgeber selbst noch für jeden Auswechselspieler Stühle bereit, bot man den Gästen noch nicht einmal eine Sitzbank an.

Von Beginn an machte die Strnad-Truppe Druck auf die VfL-Abwehr, die damit zunächst schlecht zurecht kam und immer wieder mit langen Bällen versuchte, für Entlastung zu sorgen. Einer dieser Bälle wurde im Mittelfeld des SC V-H abgefangen, auf Kretzschmann weitergeleitet, der sodann auf Mayer durchsteckte. Dieser lief Mann und Maus davon und vollstreckte zum frühen 0:1 (7. Minute).

Mit dem Führungstreffer stellten die Grün-Weißen ihre Offensivbemühungen ein und versuchten nunmehr, zum Unmut des Trainerteams, das Spiel zu verwalten. Der VfL nahm nach und nach das Heft in die Hand und kam vermehrt zu Torchancen, die der gut aufgelegte Liers im Gehäuse der Gäste immer wieder entschärfen konnte. Es lief die 14. Spielminute, als man in der grün-weißen Hintermannschaft nicht wusste, wohin mit dem Ball. Anstatt ihn ins Aus zu spielen, erfolgte die Ablage auf Liers, der in höchster Not nur noch zufassen konnte. Ob man die Ablage tatsächlich als gewollten Rückpass ahnden muss oder nicht, liegt sicherlich im Auge des Betrachters, aber wer den Ball nicht sicher klärt, ist selber Schuld. Pfiff und indirekter Freistoß wenige Meter vor dem Tor. Der ausgeführte Freistoß prallte in die Mauer, der nah am Volmershoven-Heidgener Abwehrspieler durchgeführte Fallrückzieher wurde nicht als gefährliches Spiel gepfiffen und die darauf folgende Ballabnahme von Gärtner zappelte im Netz  1:1.

Da der Ausgleich anscheinend kein Weckruf war, wurde das Spiel aus Gästesicht weiter verwaltet. Dies hatte zur Folge, dass der VfL immer wieder am 16´er des SC V-H auftauchte. Während einer dieser Aktionen kam es zum Foulspiel. 18 Meter vor dem Tor aus halblinker Position trat Weikum an. Sein Schuss wurde unhaltbar für Liers ins eigene Gehäuse abgefälscht – 2:1 (21. Minute).

Fortan waren die SC V-H´ler wieder mittendrin im Spielgeschehen und übten endlich wieder Druck auf die Aufbauspieler des VfL aus. Leider tat dies Borgardt das ein oder andere Mal zu viel, sodass er bereits in der 43. Minute mit Gelb-Rot des Spielfeldes verwiesen wurde.

Nicht nur, dass man zu Beginn der zweiten Hälfte nur noch zu zehnt war, so konnte auch Kretzschmann aufgrund seiner Krankheit nicht mehr weitermachen. Zwei Handicaps, die die Grün-Weißen erst einmal wegsteckten mussten. Dennoch betrat man mit dem Willen die Spielfläche, das Spiel doch noch zu drehen. Logischerweise war die taktische Ausrichtung nunmehr, etwas tiefer in der eigenen Hälfte zu stehen und auf schnelle Konter zu setzen.

Gesagt, getan. 54. Minute: Herber schickte Mayer, der zog abermals an der VfL Abwehr vorbei und schloss zum 2:2 ab. Kurzzeitig merkte man den Glasstädtern an, dass sie der Ausgleich außer Tritt gebracht hatte.

Ab der 67. Minute sollte das Spiel jedoch noch mehr in die grün-weiße Spielhälfte verlagert werden. Grund dafür war eine Rote Karte gegen Meiswinkel. Dieser wurde durch einen Rheinbacher Spieler klar taktisch gefoult, stand aber sofort auf und schubste den Foulverursacher mit beiden Armen weg. Dies wiederum stellte für den Schiedsrichter eine Tätlichkeit dar, die er mit Rot ahndete. Aus Sicht der Gäste hätte man hier auch mit etwas Fingerspitzengefühl Gelb zeigen können, vor allem wenn man bedenkt, dass das taktische Foul an Meiswinkel ungeahndet blieb.

Fortan bestritten die neun Übriggebliebenen aufopferungsvoll die restlichen Spielminuten. Der VfL rannte immer wieder auf das Tor des SC V-H an, scheiterte aber entweder an Liers, an der Latte oder versenkte den Ball gar im umliegenden Grün. Die Gäste kamen kaum noch zu Entlastungsangriffen.

Kurz vor Erreichen der Ziellinie musste sich die Strnad-Truppe dann aber doch noch geschlagen geben. Es lief die 87. Spielminute als Steinhöfer von hinten nach vorne vordrang, 20 Meter vor dem Tor angespielt wurde und abzog. Der wuchtig geschossene Ball fand seinen Weg ins Tor und zum viel umjubelten und erlösenden 3:2 für den VfL.

Nach der Niederlage war man sich auf Seiten des Verlierers darüber im Klaren, ein zwar nicht ansehnliches, aber kämpferisch erstklassiges Spiel geboten zu haben. Den topbesetzten Rheinbachern wurde alles abverlangt und letztendlich fehlten den SC V-H´lern nur drei Minuten, um für eine Überraschung zu sorgen. Mit dieser Leistung muss man sich vor keinem in der Liga verstecken, insofern man sie auch immer wieder abruft. Die Zweite des SC V-H möchte sich bei den zahlreich mitgereisten Fans für ihre tolle Unterstützung ganz recht herzlich bedanken!

Es spielten: Liers, Hinrichsen (J. Schneider, 64.), Herber ©, R.Schüller, Schmitz, Borgardt, Mayer, Lange, Kohl, Kretzschmann (Meiswinkel, 45.), Caliskanoglu (Hejtmanek, 76.) – Bank: L. Brennecke, Müller

(Andi Brennecke)